Samstag, 2. August 2014

Mallorca und die Kunst

Wohl an kaum  einem anderen ländlich geprägten Ort wird Kunst derart zelebriert. Alljährlich wird in vielen verschiedenen Dörfern die Nacht der Kunst gefeiert. Akzeptanz und Demokratisierung von Kunst – gleich ob free jazz in Sa Pobla oder der auch international bekannte Künstler der hier seine Heimat gefunden hat oder künstlerische Hausmannskost, alles findet seinen Raum und wird besucht - auch weil die in vergleichbaren urbanen Szenarien oftmals vorhandene Überheblichkeit nicht stattfindet.

ein Rundgang durch die artnit 2014, Campos

copyright Bildmaterial; H.H., D. Rapp für www.genius-loci-fsm.com


Sonntag, 27. Juli 2014

Topographien

In den 50er Jahren hat sich der französische Philosoph, Architekt und Stadtplaner Paul Virilio an der Atlantikküste die scheinbar für immer fortbestehenden Bunker erwandert. In seinen Bunkertopgraphien beschreibt Virilio die fortdauernde Existenz dieser ganz besonderen Bauwerke als Element kulturellen Gedächtnisses.

Auf Mallorca erhält diese Interpretation anlässlich der artnit 2014 eine neue Perspektive. Im Strand versackende Bunker werden in weiß getaucht und erhalten poetische Textzeilen. Zwischen Sa Rapita und Colonia Sant Jordi kann man sich so den Text „cala gentil“ des mallorquinischen Dichters Miquel Costa i Llobera erwandern.




copyright Fotos: D. Rapp für www.genius-loci-fsm.com


Mittwoch, 16. Juli 2014

Der besondere Ort

mit dem Projekt Feng-Shui-Mediterraneo unterwegs auf Mallorca





copyright Bildmaterial: D. Rapp für www.genius-loci-fsm.com


Dienstag, 17. Juni 2014

SehWeisen - oder der Verlust des Binokularen

Nach der akustischen Abschottung von der Umwelt mittels Kopfhörern folgt die Gewöhnung an die omnipräsenten Kleinstmonitore. Diese Gewöhnung bedeutet eine Fokussierung des Sichtfeldes bei gleichzeitigem Verlust der Wahrnehmung von Bildrändern 

Ohne Bildränder verliert sich die Wahrnehmung des Gesamtbildes, Umgebung wird anders erfasst - doch nur das Gesamtbild gibt unseren Handlungen im realen Raum ihre volle Ausformung.

Schaulust - hier jedoch als optisches Diktat der vorbereiteten Nachricht - ersetzt den eigenen Blick und bedeutet den Verzicht auf das natürliche Relief der Perspektive im Realraum - es entsteht Distanz zu Raum und Ort, eine Distanz, die es so bislang nicht gab.


copyright Foto: D. Rapp für www.genius-loci-fsm.com


Dienstag, 18. Februar 2014


Der Sinn des Lebens

In der Betrachtung der Frage nach dem Sinn des Lebens wird diese oftmals überlagert von Zweckhaftigkeit, gerichtetem Denken wie „ich möchte einen ausfüllenden Beruf ausüben, … in einem schönen Haus leben“ oder ähnlichem.

Im ursprünglichen ist der Begriff Sinn jedoch eher geprägt von gänzlich Immateriellem, von Atmosphäre und Stimmungen (sentire – empfinden, wahrnehmen) – ungerichtet und nicht zweckorientiert, vor allem Sinnlichkeit also.  Parallel zu der etymologischen Geschichte hat sich hier ein Wertewandel eingestellt – Sinn steckt heute auch zum Beispiel in Uhrzeigersinn, hat also eine Richtung erhalten, die in Zweckhaftigkeit und Absicht führt. In der ursprünglichen Bedeutung jedoch steckt die gleichfalls das asiatische Denken prägende Freiheit von der Richtung, von Ziel und Zweck.




Auf Mallorca geht die jährliche Mandelblüte zu Ende. In manchen Jahren blühen die Bäume hier und da über einen längeren Zeitraum verteilt, in diesem Jahr hat uns die Natur dieses Schauspiel in konzentrierter Gleichzeitigkeit geboten – Freude am Sein, es ist so wie es ist, ohne Zweck und Absicht.
Copyright Fotos: D. Rapp für www.feng-shui-mediterraneo.com

Sonntag, 2. Februar 2014


Baukunst
„… Ich wäre glücklich, zu erfahren, wo sonst man zwei Kreise wie diese finden könnte, die einander derart gegenüber liegen, dass ihr funkelndes Buntglas in seinen kostbaren Farben derart miteinander kommuniziert …“

Das Rosenfenster, in Kreisform gegossene Symbolik für alles Geistige und die Unendlichkeit ist eine der kostbarsten Schöpfungen gotischer Baukunst. In der Kathedrale von Palma wird jeweils am 02.02. (Fiesta de la Candelaria) und 11.11. (Fiesta de San Martin) dank der einfallenden Sonne ein besonderer Lichteffekt gefeiert, das „Schauspiel der Acht“. Auf eindrucksvolle Weise zeigen die 61 Kirchenfenster und 5 Rosenfenster, warum auch von der Kathedrale des Lichts gesprochen wird – Erstaunen über das Wissen der Alten.









En el interior del templo, los dias en que luce el sol, la proyección del rosetón mayor se posa justo debajo del rosetón de la fachada principal, lo que da lugar a lo que se viene llamado “el espectáculo del ocho” (siempre el 02. de febrero y el 11. de noviembre a partir de las 8:00)

copyright Fotos: D. Rapp für www.genius-loci-fsm.com


Sonntag, 12. Januar 2014

Abwesen

Gebäude werden regelhaft für einen bestimmten Zweck, für eine belebte Nutzung errichtet. Die Erfüllung dieser Belebung wird prägend.

Ist dieser Ort dann von seinem Zweck entbunden, verlassen, sei es vorübergehend oder dauerhaft, ist menschliches Leben abwesend, entwickelt sich eine eigene Stimmung. In diesem Moment der Abwesenheit menschlichen Lebens zeigt der Ort eigene Qualität, schafft Raum für Phantasie, für neue Inszenierungen.

Etymologisch leitet sich das deutsche Wort „Wesen“ her vom althochdeutschen „wesan“, das ursprünglich Verweilen an einem Ort, am Leben bleiben oder wohnen (s.a. „vàsati) bedeutet. Der Begriff Wesen im weiteren Sinne ist prägend auch in der abendländischen Metaphysik. Demgegenüber ist asiatische Philosophie und deren metaphysische Phänome geprägt vom Denken über „Abwesen“. Wer sich also dem asiatischen Verständnis von Ort und Zeit nähern will, befasst sich mit dem Verständnis dieses Abwesens. Das Abwesen ist dabei wiederum vielschichtig, nicht rein funktional oder gar starr und fixiert zu verstehen.






copyright Fotos: D. Rapp für www.genius-loci-fsm.com


Freitag, 20. Dezember 2013

Das Projekt
wünscht ein friedliches und entspanntes Jahresende


copyright Foto: D. Rapp
Feng Shui konkret – „Müßiggang ist aller Laster Anfang“

Die Beschäftigung mit asiatischen Denken, Wissen oder Philosophie fällt leichter, wenn wir uns mit den Entwicklungen und Brüchen in unserer westlichen Kulturgeschichte auseinandersetzen.
Seit dem Spätmittelalter, der Epoche des sich zunehmend ausbreitenden Protestantismus erfolgte ein Paradigmenwechsel, der noch heute wirkt. Seit der Antike war Muße ein von Freiheit und Schöpfung geprägter Moment oder Zustand. Die Lebensweisen „hedone“, nach Lust strebend, sowie „bios politikos“, sich den schönen und edlen Taten widmend und „bios theoretikos“, mit der kontemplativen Betrachtung von Wahrheit befasst, waren klare Gegenpole zu Zwängen und Notwendigkeiten.
Diese Lebensweisen bedurften der inneren Sammlung, einer Ruhe jenseits von Zwang und Sorge. Das Verweilen und Entwickeln in dieser Ruhe ist Muße und sie ist bis in das Mittelalter wertvoller Bestandteil der „vita contemplativa“.
Ab dem Spätmittelalter erfolgt ein drastischer Wertewandel, der bis heute wirkt. War zuvor Arbeit und Notwendiges untrennbar mit dem Begriff unfrei verknüpft und damit keineswegs ein Ideal, so wurde die „vita activa“ jetzt alles bestimmendes Konzept.


In dem der Protestantismus die Arbeit als bestimmenden Wert einsetzt, schafft er die Voraussetzung für noch heute im Westen prägende Lebensweisen. In den sogenannten entwickelten westlichen Gesellschaften ist Arbeits-zeit inzwischen ergänzt um den ökonomisch geprägten Druck, Frei-zeit „sinnvoll“ zu verbringen. Freizeit hat dem Konsum zu dienen oder spaßbringender Regeneration der Arbeitskraft. Freizeit war hingegen in den vorherigen Jahrhunderten ein Begriff, der nicht nur aus ökonomischen Gründen keine Rolle spielte, sondern eben auch aus Gründen anderer Lebensphilosophien.
Wollen wir uns asiatischem Denken also nähern, so gelingt dies leichter, wenn wir es wagen, in unserer eigenen Kulturgeschichte anzuknüpfen an das ursprüngliche Verständnis des Begriffes Muße, eindringen in die „vita contemplativa“.


Santuario de Sant Salvador bei Felanitx, Kloster ursprünglich erbaut ab 1348
„… von der vita contemplativa durchdrungen … mit Gebeten beginnt der Tag und sie schließen ihn ab. Sie rythmisieren die Zeit. Den Fest- und Feiertagen kommt eine ganz andere Bedeutung zu. Sie sind keine arbeitsfreien Tage. Als Zeit der Gebete und der Muße haben sie eine ganz eigene Bedeutung …“
Foto: D. Rapp für www.feng-shui-mediterraneo.com

Donnerstag, 28. November 2013

In history of modern architecture Frank Lloyd Wright is known as a pioneer in designing houses in respect and harmony with nature. His main works he created in the first decades of last century, exactly the architecture period of breaking with nature (you will find more about this in former articles).
In the following article out of his blog architect and Feng Shui master Howard Choy describes his point of view in a little discussion about “Fallingwater”, a famous work of Frank Lloyd Wright in the late thirties:

Frank Lloyd Wright and Feng Shui by Howard Choy
“… Having just visited some of Frank Lloyd Wright’s (FLW) buildings in the States (Guggenheim Museum in New York, Fallingwater along Bear Run and the I. N. Hagan House at Kentuck Knob) during our recent Easter holidays, I have found both Cate Bramble and Xu Weili’s comments below misleading:
Frank Lloyd Wright & Feng Shui? NO!   “Wright pioneered living rooms (over parlors), carports (in an age moving from buggies to cars), and open floor plans (the ubiquitous design of post-1980 tract homes). But none of those innovations automatically generate good Feng Shui, and are not inherently imbued with Feng Shui principles….” (Cate Bramble, Feng Shui Ultimate Resource).
Frank Lloyd Wright & Feng Shui? YES!   “Simply said, feng shui means living in balance with nature. Fallingwater represents this ideal. For the first time, an American architect understood Chinese geomancy, and put this to work in his own way. … FLW’s genius flowed from his innate understanding of Taoist principles…” (Master Xu Weili, Windhorse Feng Shui Consultants).

In reality both FLW and the practice of feng shui are concerned with Man’s relationship to his environment, both wanted the occupants to live in harmony with Nature, but they have a different approach to this relationship, in which FLW viewed man as the “host” and Nature as the “guest”, whereas in the practice of feng shui, Nature is considered as the “host” and Man as the “guest”.
In a traditional Chinese worldview, man is always subordinate to Nature but in FLW’s case, Nature is there to serve Man (to make his house stand out) ...
PS. Originally FLW’s client wanted to site the house further down stream, where as a kid he used to play there and look at the waterfall, instead FLW put the house on top of the waterfall so it becomes “being looked at” rather than “looking at”. In other words Nature, in the form of a waterfall, became a “servant” of his house instead of an equal partner talking to each other.”      (Howard Choy)

"Fallingwater" by F.L.Wright for E.J.Kaufmann

falling water by pure nature (Parque Natural de Cazorla)
 
fotos: dur-archives