Freitag, 9. August 2013

animal laborans

… ich arbeite … ich laufe … ich bin immer erreichbar … ich achte auf mich … ich halte mich fit … ich ernähre mich gesund ……. ich suche mein Glück ……………… ich verliere mich ……………………… ich bin erschöpft

„ … die okzidentale Gesellschaft hat sich individualisiert zur Leistungs- und Aktivgesellschaft. Das spätmoderne animal laborans ist mit dem Ego bis knapp zum Zerreißen ausgestattet. Und es ist alles andere als passiv…. Es ist hyperaktiv und hyperneurotisch. Auf die Frage, warum alle menschlichen Tätigkeiten in der Spätmoderne auf das Niveau des Arbeitens absinken, warum es darüber hinaus zu einer so nervösen Hektik kommt, muss eine Antwort gesucht werden… „ (B.C. Han, Müdigkeitsgesellschaft)


Detail Ölmühle Mallorca

Wenn wir uns mit asiatischer Philosphie oder asiatischem Wissen, also auch zum Beispiel TCM, CCM oder dem Feng Shui befassen, ist der Verzicht auf diese Zuspitzung des Ego unerlässlich. Das "Ich" ist im asiatischen Denken anders eingebettet und positioniert. Entsprechendes drückt sich auch in den aktuell explosionsartig entstehenden neuen Stadtstrukturen aus und ohne dieses Wissen sind die neu entstehenden Stadträume für europäische Stadtplaner oder Architekten nicht lesbar.
Die einzelne Wohnung oder das einzelne Haus sind von absolut nachrangiger Bedeutung – klaren Vorrang hat immer das Wohnquartier - zhù zhài xiáo qú - was „abgeschlossene Nachbarschaft“ bedeutet. Auch im stadträumlichen wird also immer ein "Wir" definiert und geschaffen. Dort, wo europäische Architekten das nicht verstanden haben, sind sie gescheitert (s.a. die „deutsche Stadt Anting“ im Regierungsbezirk Shanghai)  Ob die aktuell zunehmend gebaute vertikale Version des „urbanen Dorfes“, also das Hochhaus, entsprechendes leisten kann, bleibt vorläufig ungewiss.
über den Dächern von Sevilla

Copyright Fotos: Detlef Rapp für www.genius-loci-fsm.com



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