Dienstag, 6. August 2013

Feng Shui konkret – Garten

Spätestens seit der Renaissance und der Vorstellung idealer Räume entwickelte sich für europäische Gartenarchitekten die Frage nach Künstlichkeit oder Natur als Grundsatzentscheidung. Die sogenannten französischen, englischen oder italienischen Gärten folgten den jeweils in ihrer Epoche herrschenden kulturellen Idealen. Begriffe wie Naturbeherrschung, Vernunft oder geometrische Strukturen als Entsprechung hierarchischer Ordnung greifen ein in die Gartengestaltung.
Der traditionelle chinesische Garten löst die scheinbaren Widersprüche zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit (oder Kultur) auf – künstliches und natürliches verbergen nicht ihren jeweiligen Charakter und sie durchdringen sich dabei – die hieraus entstehende Harmonie der Gegensätze wird „verräumlicht“.
Auf Mallorca finden wir die Gärten von Alfabia, ursprünglich gegründet von maurischen Wesiren, hat die Anlage insbesondere seit dem 17. Jahrhundert deutliche Wandlungen erfahren. Fundament der Anlage ist jedoch die seit dem 13. Jahrhundert existierende arabische Bewässerungsanlage, die sich aus einer Quelle speist. Heute zu besichtigen ist also eine ursprünglich arabische Anlage, die sich unter verschiedenen europäischen Einflüssen gewandelt hat. Wichtige Elemente und Motive der Anlage finden sich auch im typischen traditionellen chinesischen Garten: der schroffe Fels und die versteckte Nische, der geradlinige und der verschlungene Weg, das Fenster exklusiv für den „Naturblick“ und natürlich Pflanzenvielfalt und kleine Brunnenanlagen.
 












Die Gärten von Alfabia (öffentlich zu besichtigen)

Copyright Fotos: D. Rapp für www.feng-shui-mediterraneo.com
 

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