Dienstag, 5. März 2013

In offenem Verlauf

"... das Unzugangbare oder das Unzugängliche heißt auf Altgriechisch adyton. Das Adyton bezeichnet den nach außen gänzlich abgeschlossenen Innenraum im altgriechischen Tempel, wo sich das Allerheiligste befindet Die Absonderung, die scharfe Zäsur zeichnet das Heilige aus. Die fensterlose Abschließung, die unzugängliche Tiefe oder Innerlichkeit ist dem fernöstlichen Denken jedoch fremd. Charakteristisch für den buddhistischen Tempel ist gerade die Durchlässigkeit oder die allseitige Offenheit. Manche Tempel bestehen fast nur aus Türen und Fenstern, die nichts abschließen. Es findet kein Adyton im chinesischen Denken statt. Nichts sondert sich, nichts schließt sich ab, nichts ist absolut ..."
                                                                                                  Byung Chul Han


Foto: Kircheneingang in Palma de Mallorca (D.Rapp für www.genius-loci-fsm.com
)

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