Sonntag, 17. März 2013


Modernes Nomadentum

"... Das traditionelle Nomadentum war innerhalb eines definierten Wandergebietes ständig im Fluss. Die Marginalexistenz der Nomaden ist keine echte, überkommene, sie besteht nur im Verhältnis zu anderen Kulturen, mit denen sie in Beziehung tritt und die imstande sein könnten, ihre, der Nomaden Lebensbedingungen zu zerstören... " (Michel Jean Bertrand)

Die Abkehr von der Bewegung, vom mobilen Heim wird von traditionellen Nomaden als Entwurzelung empfunden – zunächst scheinbar ein Paradoxon, ist doch das Verständnis von Verwurzelung nahezu unlösbar mit Immobilität verknüpft.

Während das traditionelle Nomadentum sich also zwangsweise einreiht in den Strom der Bewegungen in die Megastädte, entsteht dort bereits eine neue Form des Nomadentums.

Die Welt der physisch Sesshaften wird durchdrungen von medialen und virtuellen Einflüssen. Es beginnen Diffusionsprozesse, die zu Ablösungserscheinungen führen. Diskutiert werden erste Einflüsse dieser Prozesse (sprachliches Beispiel der Begriff „Freunde“) – diese Prozesse wirken jedoch auch auf unser Verständnis und Empfinden von Raum.

Die Epoche des virtuellen Nomadentums hat begonnen.  


Foto: Karawane (D. Rapp für www.genius-loci-fsm.com
)

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